Schweden und Norwegen

Skandinavien wird von vielen als das Canada Europas bezeichnet. Sicher, es gibt da gewisse Unterschiede, die Natur ist in der Größe auch nicht mehr unberührt, aber dafür ist es doch zumindest nicht so weit. Viele Jahre waren wir in Skandinavien im Urlaub. Im laufe der Zeit haben wir aber auch viele Vorurteile korrigiert, gute und weniger gute.

Bekannte von uns fahren immer nur in den Süden ".... nach Norwegen, das ist viel zu weit, mit dem Auto, um Gottes Willen. Und dann ist da ja alles so teuer, das haben uns schon viele gesagt. Und erst die vielen Mücken da oben, nee, nee, wo wir hin fahren da ist herrlicher Strand, klares und warmes Wasser, traumhaft. Und nicht zu vergessen, wir brauchen uns um nichts zu kümmern, wir hatten ein 5-Sterne Hotel all-inclusive. Nächstes Jahr geht es auf alle Fälle wieder nach...."

 

einer von vielen Flüssen

Ein Blick in den Sognefjord

Naja, etwas Wahrheit ist wohl da drin, aber nun wirklich nicht alles. Zu weit? Naja, das ist ja wohl eine Frage was weit ist, wenn ich mit dem Flugzeug 5000 km fliege ist es wohl nicht weit??? Ich war am Anfang mit dem Rad unterwegs, später mit dem Auto und ich muß ehrlich sagen, es ist weit. Wir sind pro Urlaub etwa auf 6000 Autokilometer gekommen. Das mag viel klingen, aber eigentlich ist es noch mehr. In Schweden und Norwegen sind Autobahnen selten und auch auf den Landstraßen sind 80 km/h die Höchstgeschwindigkeit. Da wird eine 700 km Tour zur 12 h - Fahrt, eine Geschwindigkeitsüberschreitung kann in Skandinavien (falls geblitzt wird) ganz schön teuer werden. In Norwegen fangen die Bußgelder bei 740 Kronen an, was im Moment etwa 180 DM oder 90 Euro entspricht. Bei 10 km/h Überschreitung beginnen sie damit, sollte es etwas härter werden, einen Monat Fahrverbot gibt es nur in Deutschland in Norwegen geht es da erst mal in den Knast. Man sollte sich also überlegen ob man dies will.

Und das soll schön sein? Ansichtssache, wenn man ordentlich fährt braucht man keine Angst haben. Im großen und ganzen sind Geschwindigkeitskontrollen eher die Ausnahme. Und bei der schönen Landschaft macht rasen weder Sinn noch wird es eine schöne Urlaubsreise. In Norwegen sieht das sowieso etwas anders aus. 80 km/h sind manchmal kaum zu schaffen. Enge Haarnadelkurve, Serpentinen, oder Straßen die etwa 2,50 m (Bundesstraßen) breit sind, erzwingen einfach eine vorausschauende Fahrweise um zu Überleben :-)

Aber wenn man sagt: "Der Weg ist das Ziel" und nicht das Dahinfledern zum Urlaubsort an erster Stelle steht, dann kann die Fahrt sehr, sehr schön sein. Soviel zum Thema weit.


 

Teuer, naja das Benzin kostet ähnlich wie bei uns, obwohl Norwegen eine Riesenmenge davon selbst fördert. Was kostet ein Flug nach.... mit 4 Personen für 2 Wochen? Ja, es ist mehr als eine Rundreise durch Skandinavien mit gemieten Ferienhäusern für 3 Wochen. Mc Donalds ist überall gleich, mit dem Rest an Gaststätten sieht es etwas anders aus. Wer da Halt macht sollte schon etwas Geld übrig haben, da die Preise etwa um das 3-fache höher sind als bei uns. Und sonst? Nun alles was es im Großmarkt gibt ist etwa doppelt so teuer oder gleicht sich unseren Preisen an. Aber wollen wir darüber reden das ein Brot kostet oder die Butter?

in relativ ruhigen Ecken kann man auch mal soetwas sehen

Also ein Softeis kostet etwa 20 Kronen alias 5 DM alias 2,50 Euro. Aber was für eines? Leute ich kann Euch nur sagen: Kauft Softeis - ein Traum. Und das ist nicht an eine Gegend gebunden. Etwas unterschiedlich fällt dagegen das Kugeleis aus, nicht so im Preis, der ist gleich, aber das ist bei uns ja nicht viel anderes. Während in den Südländern der Eisgenuß sehr mit Vorsicht zu genießen (im wahrsten Sinne des Wortes) hat Schweden und Norwegen einen sehr hohen Hygienestandart. Also ehrlich, soviel Eis wie ich in jedem Urlaub gegessen habe, soviel habe ich das ganze Jahr nicht hier gegessen. Und vor allen Dingen, bei uns esse ich sehr selten ein Eis, meist ist es bunt, kalt und süß. Ja klar, so sollte es sein, aber wenn noch durch das Erdbeereis eine rote Strähne mit Fruchtmark gezogen ist, dann glaube ich ist es schon etwas anders, als unser durchgekwirltes "italienisches Eis" (was wohlgemerkt in Italien ganz, ganz anders schmeckt und seinem Namen auch Ehre macht). Woher der Begriff "Schwedeneisbecher" kommt, nun das konnte ich die vielen Jahre nicht rausbekommen. Apfelmuß haben wir nirgends zu kaufen bekommen, einen Eisbecher mit Apfelmuß habe ich auch nirgends da oben gesehen. Wohl aber viele, viele blonde Menschen, richtig sprichwörtlich. Daher wird wohl auch der Name kommen, vom "blonden" Apfelmus. Eigentlich könnte man ja auch Eierlikör nehmen, es würde auch besser schmecken, aber Geschmäcker sind verschieden und dann hätte er ja auch einen anderen Namen. Aber ich wollte ja keine Abhandlung über Skandinavisches Eis machen.

eine Gletscherzunge

 

Mit dem Mücken ist das so eine Sache, wir haben auch viele, aber die richtigen Schwärme gibt es halt dort wo optimale Möglichkeiten sind. Insgesamt hatten wir nur 2 mal mit diesem Problem zu tun. Es läßt sich nun nicht vermeiden, und der eine oder andere Globetrotter, der bis ganz hoch kommt, kann darüber ein Lied singen. Aber im großen und ganzen wird es meist maßlos übertrieben. Ein gewisses Restrisiko ist aber immer da. Inzwischen gibt es aber auch gute Mittel dagegen und für danach. Dagegen würde ich Autan empfehlen, es hat sich bewährt, obwohl ich von dieser "chemischen Keule" nicht so begeistert bin und sie auch wirklich nur benutze wenn es nicht anders geht (und das war erst einmal). Danach, ach ja es gibt so viele Mittel, was sich aber immer wieder bewährt hat sind Schwedenkräuter. Das hat nun weniger was mit Schweden zu tun, es ist einfach eine Kräutermischung die es in der Apotheke gibt. Diese werden in ca. 40% Korn angesetzt und einige Wochen stehen gelassen. Dann wird alles abgegossen und gefiltert, was raus kommt ist ein bittere Kräuterschnaps den man zum einen auch trinken kann (ich kenne da eine alte Frau die trinkt jeden morgen 1 Eßlöffel in ihrem Tee - und fühlt sich pudelwohl - mit 92!!) aber auch für Insektenstiche eines der besten Mittel ist. Einfach drauf und der Juckreiz (das Hauptübel) läßt in wenigen Sekunden nach.

Das beste ist aber eigentlich auch nicht neu. Wer in kurzen Hosen oder Rock oder anderweitig fleischzeigender Wäsche zum Waldspaziergang aufbricht, naja. Trotz der Wärme (nein in Skandinavien ist es nicht immer kalt und nass!) sollte man schon auf etwas Kleidung achten. Und wem es zu bunt wird, es gibt auch Mückennetze für den Kopf, bei einigen Travlergeschäften.

 

für die ruhigen Momente

Die Unterkunft:

Wer nach Schweden oder Norwegen fährt muß halt auch schlafen. Ich klammere mal die Hotels aus, warum? Nun zum einen gibt es sie zwar in den entsprechenden Preisklassen (die etwas weiter oben liegen) zum anderen ist diese Art von Übernachtung wohl etwas untypisch für Skandinavien und das Hotelnetz ist auch nicht so dicht wie in Mitteleuropa. Die Übernachtung ist stark verbunden mit dem Reisemittel. Ja klar, wer eine der "berühmten" Busreisen zum Nordcap mitmacht braucht sich darum keine Gedanken machen, aber ich spreche hier eigentlich von dem Individualurlaub.

Da hätten wir den Stil der Globetrotter. Zu Fuß oder Fahrrad und mit Zelt. Die Vorteile liegen auf der Hand, man erlebt die Natur hautnah (was natürlich auch für Regen und Mücken gilt) und man kann relativ preiswert übernachten. Dass in Skandinavien das Allemansrecht gilt ist sicher bekannt. Aber weiß auch jeder wie die oberste Regel lautet (?) "Verlasse den Ort so wie Du ihn betreten hast."

Was gibt es noch zu dieser Regel zu sagen? Eigentlich wenig, normalerweise eigentlich nichts, es wird nur das vorausgesetzt, was der gesunde Menschenverstand sowieso weiß. Kein Feuer mitten im Wald, kein Müll und wenn man in der Nähe von Behausungen zeltet sollte man einen gewissen Anstandsabstand einhalten.

Man ist zwar langsamer als alle anderen, dafür ist das Erlebnis viel, viel höher. Und ich kann jeden jungen Menschen diese Art nur empfehlen. Es ist wirklich wunderschön abends in totaler Ruhe an einem See (davon gibt es immer einen in Reichweite) zu sitzen, den Sonnenuntergang zuzusehen und am Lagerfeuer zu erzählen, wenn man nicht gerade ganz allein ist.

Zeltplätze gibt es natürlich auch, sie sind meist entsprechend einfach, ordentlich und sauber. Ich möchte mich da nicht über Zeltplätze in Mitteleuropa auslassen, wohl aber einen gewaltigen Unterschied machen. Wer aber Übernachtungen auf einem Zeltplatz in Schweden oder Norwegen plant, sollte vorher die Campingkarte bestellen. Die ist Pflicht, wird aber auch (als vorläufige) an jedem Zeltplatz ausgestellt und man bekommt (Monate...) später die Richtige zugeschickt. Allerdings gibt es auch einige Plätze wo das nicht ganz so interessiert.

 

Wolkenfetzten hängen häufig im Fjord fest

Eine andere Möglichkeit der Übernachtung ist mit dem Wohnwagen oder Reisemobil. Über die Zeltplätze habe ich schon viel gesagt. Natürlich haben sie alle Entsorgungsstationen für das chemische WC. Es braucht also niemand den Rest irgendwo abkippen. Viel Rastplätze haben solche Entsorgungsstationen übrigens auch. Es ist ein Mittelding zwischen Globetrotter und Ferienhaus, mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen. Vielleicht noch ein Tip für diese Reisenden: Das Parken und Übernachten ist nicht zwangsläufig auf jeden Zeltplatz und jeder Wiese gestattet. An vielen Rastplätzen sind konkrete Hinweise die dies verbieten und als Ordnungswidrigkeit einstufen. Aber ich habe auch schon Stellen gesehen wo ich mich wirklich gefragt habe wie sie auf diese Kuppe gekommen sind, ja es gibt schon seltsame Fahrer, die ihr Nachtlager suchen.

also nein, es ist kein Vulkan

Die 3. Möglichkeit besteht in dem mieten von Ferienhäusern. Die Vorteile liegen auf der Hand, man hat sein festes Quartier, bedeutend mehr Platz als im Wohnmobil und immer einen trocken Platz. Was kostest ein Ferienhaus? Die Preise sind recht unterschiedlich, es kommt auf die Größe und den Luxus an den das entsprechende Ferienhaus hat. Im Netz oder in den Reisebüros gibt es einige Anbieter und obwohl ich wirklich keine Werbung machen wollte, muß ich sagen wir haben viele Jahre mit Novasol gebucht und nie schlechte Erfahrungen gemacht. Aber das war nur unsere persönliche Meinung, anderen kann es auch anders ergangen sein. Lustig war auf jeden Fall - jedes mal bei Novasol - die Anreiseempfehlung. Wir haben meist weniger auf die Reiseunterlagen gewartet als viel mehr auf die dazu gehörenden Beschreibungen. (z.B. fahren sie von A nach B in C ist ein TV-Geschäft, gegenüber gibt es einen Briefkasten, nehmen sie bitte dort den Schlüssel für ihr Ferienhaus und fahren sie weiter bis.....) Interessant ist es schon, der Briefkasten war etwas abseits und es waren mehrere Schlüssel drin. Aber ich könnte da Dinger erzählen ("...Besitzer transportiert Gepäck....) als wir die Felsen gesehen haben war klar, dass kein PKW an das Ferienhaus kommt, der Besitzer hat es transportiert - mit Traktor der Schneeketten drauf hatte (im Hochsommer). Aber das nur am Rande, mir soll bitte keiner Vorwürfe machen ich hätte eine beschis.... empfohlen, ich habe nur gesagt, dass wir viele Jahre ohne Probleme dort gebucht hatten.
Was ist nun bei Ferienhäusern zu beachten? Zunächst sollte sehr, sehr zeitig gebucht werden. Wir haben dies meist im November (spätestens) vorgebucht. Die Anfrage ist groß und wer wirklich sich DAS Ferienhaus raussuchen möchte, ja wie gesagt. "...Och dann nehme ich eben ein verlassenes ohne Strom irgendwo...." - Ha, daneben, diese sind sehr, sehr begehrt. Da ist schon eher die Möglichkeit in einer Ferienhaussiedlung in der oberen Preisklasse was zu erwischen, wenn man später bucht. Damit will ich nicht sagen, dass diese Häuser schlecht sind, aber meist etwas kostenintensiver.

und immer wieder herrliche Wasserfälle

 

 

Bettwäsche ist prinzipiell mitzubringen und die Endreinigung sowie normaler Umgang sind selbstverständlich. Von Fernsehen sollte man sich nicht zu viel erwarten, wer nicht gerade ein Haus mit Sat-Anlage bucht, wird überrascht sein von Fernsehen. Da die Bevölkerungsdichte gering ist und Englisch als zweite Sprache üblich ist, werden viele Filme nicht übersetzt oder nur mit schwedischen oder norwegischen Untertiteln gesendet. Ab und zu gibt es auch französische Filme mit englischen Untertiteln, am besten AUS lassen und den Blick aus dem Fenster genießen (auch ein Regen kann schön sein - wenn er nicht gerade die ganze Woche bleibt).

Viele Häuser haben ein Boot an einem nahen See, was ungemein praktisch ist und jedem zu empfehlen ist. Manche haben auch Sauna, Waschmaschine und noch dies und das. Man sollte aber aufpassen, nicht alles ist umsonst !!!!! - manche habe angeschossene Münzautomaten.

Besuch einer Kuhherde am Ferienhaus

Wir haben in den letzten Jahren immer diese Variante des Urlaubs gewählt. Meist haben wir eine Woche in Schweden und zwei Wochen in Norwegen gebucht.

Welche Unterschiede es gibt zwischen Norwegen und Schweden? Hmm, das ist gar nicht so einfach, also in Schweden sind die Mittelstreifen gelb und in Norwegen weiß. Das war übrigens auch die einzige Veränderung bei der Grenzüberschreitung. Die Grenze ist mehr symbolischer Natur und hat keinerlei Gebäude. Man fährt einfach und plötzlich ist der Streifen weiß, ah ja wir sind in Norwegen. Schweden hat eine höhere Bevölkerungsdichte, welche man auch merkt. Um den Vettern, einen großen Binnensee Mittelschwedens, ist sehr stark der Tourismus vertreten. Das hat wie alles seine zwei Seiten, die Ruhe ist relativ aber es sind viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Ob nun ein Erlebnispark oder das romantische (und kommerzialisierte) Hafenviertel oder die Burgen und Festungen, es ist halt mehr los.
Ausflugstip hier zu geben wäre doch sehr spezifisch und jeder hat andere Interessen. Aber auf alle Fälle sollte man in der nächsten "Großstatt" in eine "Touristinformation" gehen, leicht zu erkennen am weißen "i" auf einem grünen Quadrat. Hier gibt es meist Karten der Gegend und viel Zettel und Broschüren mit Tips, natürlich auch in Deutsch.

Mit Englisch ist man in Skandinavien bestens bedient, manchmal geht es auch mit Deutsch, aber darauf sollte man nicht vertrauen. Mit einem Mix aus allem und einiger netten Gesten und einem Lächeln klappt alles, sogar Polizeiroutinekontrollen.

Was uns das erste mal an Skandinavien negativ aufgefallen ist? Naja, es gibt fast kein zuckerloses Schwarzbrot. Ja, fast alles wird dort mit Zuckersirup gemacht, also wer seine Salami nicht auf Zuckerbrot essen will, sollte entweder Weißbrot nehmen, oder sehr intensiv die Verpackung lesen, wenn er Glück hat erwischt er Wendels Brot oder eine andere Sorte - na dann guten Appetit.

selbst in baumloser Höhenlage gibt es noch ......

es wird langsam Abend

Und sonst, naja es gibt schon hier und da einiges was nicht ganz dem entspricht was man unter Umweltschutz versteht, aber wo gibt es keine kleinen Schattenseiten.

Noch ein paar Worte zu Thema Fähre. Es gibt die großen Fähren von und nach Schweden oder Norwegen und die vielen kleinen innerhalb Skandinaviens.

Von Deutschland wird dies meist mit der Scanlines oder Hansa sein, von Norwegen über Dänemark wird es die Colorlines sein. Man sollte rechtzeitig buchen, wenn man mit den PKW oder Wohnmobil unterwegs sein will. Es gibt zwei Arten, eine die z.B. Rostock-Trelleborg in 5:45 fährt und eine (Katamaran) die es schon in 2:45 schafft. Der Preis ist nahezu gleich, bei der langsameren Fähre werden Züge mit eingeladen, man hat mehr Platz (beim Katamaran ist es ähnlich einem Flugzeug - ich sagte ÄHNLICH!) und man kann sich auf vielen Decks und Außenbereichen aufhalten.

Der Aufenthalt im Fahrzeug bzw. im Fahrzeugdeck ist während der Fahrt (in beiden Fährtypen) verboten und die Türen werden blockiert, man sollte also seinen Foto (wer möchte) nicht vergessen, nochmal schnell holen geht nicht.

Meist ist bei den langsameren Fähren auch kurz vor Toresschluß noch ein Platz zu bekommen. Über Radfahrer und Travler reden wir hier nicht, die kriegen immer einen Platz.

 

Serpentinen können ganz schön anstrengen, aber bei dem Ausblick

Noch ein Warnung:

Wer zum erstem mal sich ein Wohnmobil mietet und anschließend auf einem Katamaran fahren will sollte das wirklich können. Es wird im cm-Bereich rangiert und nicht nur vorwärts! Außerdem sind die Decks nicht allzu hoch. Fragen sie lieber erst nach oder buchen sie gleich die langsamere Fähre, die ist meist höher und nicht so schwierig. Ich will damit nicht sagen, dass es ein Problem ist, aber ich habe schon einige gesehen wo alles stand und lächelte weil sie das Ding kaum rückwärts die Rampe runter bekommen haben

Innerhalb Skandinaviens sind Fähren der normale Ersatz für Brücken, dabei sind allerdings die Fährzeiten auch etwas größer. Zwischen 15 und 40 min sind keine Seltenheit, natürlich mit den entsprechenden Nebenkosten. Wer also eine Tour plant sollte genau die Karte studieren, manchmal endet die Bundesstraße an einer Fähre, manchmal gibt es eine Alternativroute. Wartezeiten von 45 min bis 1,5 Stunden sollte man bei Fähren schon einplanen. Wer also auf seiner Tour zwei Fähren hat und wieder zurück muß, sollte das nicht in seiner Berechnung vergessen. Es ist schon blöd, die Fähre gerade abfahren zu sehen, sie fährt 30 min, wartet 20 min, kommt zurück 30 min, man fährt mit - 30 min, hmmm 1,5 Stunden weg vom Tag, na hoffentlich passiert das nicht auf dem Rückweg ;-)

Eines noch zum Schluß zu diesem Thema, man kann diese Fähren nicht mit den Mittelmehrfähren vergleichen. Auch wenn es hier und da mal Probleme gibt/gab (unsere Fahrt 2001 war kurz nach dem Brandfall der Scanlines), die Fähren sind sicher, dies bestätigt auch der ADAC Bericht der jedes Jahr raus kommt.

Für die lange Wartezeit am Kai gibt es aber auch einen Ausgleich, die Helligkeit. Abgesehen davon, dass in Skandinavien IMMER mit Abblendlicht gefahren wird (was ich sehr begrüßen würde wenn es auch in Deutschland kommen würde) sind die Tage im Sommer sehr lang. Wenn man also abends um 22.00 Uhr zum Rastplatz/Ferienhaus kommt ist es meist noch hell, ähnlich unserer Abenddämmerung. Dieser Effekt wird immer stärker je weiter man noch Norden kommt. Der Richtwert 22.00 Uhr bezieht sich also auf Mittelschweden, bzw. Höhe Bergen (die Stadt ist gemeint) in Norwegen. Es ist ein Trugschluß die Abendhelligkeit nur auf die Zeit der "weißen Nächte" zu stellen. In der restlichen Zeit wird es auch kaum dunkel. So haben wir in Fjordnorwegen (rund um Bergen) also erst gegen 1:30 so etwas wie Nacht gehabt, die allerdings gegen 3:00 Uhr schon wieder zu Ende war. Alles im allen der Tag ist viel, viel länger. Am Anfang bringt es etwas Umstellungsprobleme, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran und ist herb enttäuscht wenn man wieder in das "dunkle" Deutschland kommt.

Nun habe ich eigentlich alles so erzählt was mir eingefallen ist und vielleicht für andere wichtig sein könnte. Ich könnte noch so viel erzählen, von wilden Wasserfällen, von Festungen, von Angelversuchen, Lagerfeuer, Grillabenden, Ziegen in Tunneln (nur eine Warnung an alle: wenn es warm ist, ruhen sich diese netten Tiere auch gern mal im Schatten eines Tunnels aus - richtig neckisch wenn man vom hellen ins dunkle kommt....), Kuhherden mitten im Gebirge auf der Straße (wie mußte ich lachen als eine Verkehrsmeldung im deutschen Radio kam "....Vorsicht es befindet sich eine Kuh auf der B xxx , bitte fahren sie langsam.....) - damit ist STÄNDIG zu rechnen und noch vielem mehr. Vielleicht anders mal, viele Erinnerungen kann man ja kaum mit dem Foto festhalten, welch ein reisender Strom, auf dem Bild wird es nur ein schäumender Fluß und auf dem Video fehlt der ganze Rahmen. Eine Empfehlung, ach es ist fast zu schwer, jede Gegend hat ihren besonderen Reiz. Eine sehr schöne Gegend aber trotzdem als Empfehlung für alle Naturfreunde : Fjordnorwegen. Die Gegend rund (also 300 km Radius) um Bergen ist eine der schönsten (wenn nicht gerade nur Regen ist), aber selbst wenn, die hohen Felsen und die Fjorde dazu machen die schönsten Bilder und Erinnerungen. Die Wolke die im Fjord festhängt, die Wasserfälle, auch ich höre auf zu schwärmen, fahrt einfach mal hin und : nehmt Euch Zeit, es ist so viel Zeit da um alles zu genießen, man muß nicht 18:00 Uhr im Hotel sein zum Abendbrot :-)

In diesem Sinne wünsche ich allen viel Spaß in Skandinavien

Mario Fiebig